Junge Stimmen stärken – Demokratie gemeinsam gestalten
4 Kinderschützerinnen unseres Ortsverbandes nahmen 2026 online an der Bundesmitgliederversammlung unseres Bundesverband teil. Es standen in diesem Jahr besonders die Themen Kinderarmut, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Beteiligung junger Menschen und Demokratie im Mittelpunkt. Deutlich wurde dabei immer wieder: Wer die Solidarität mit Kindern und Jugendlichen aufkündigt, gefährdet langfristig auch unsere Demokratie.
Mit großer Sorge wurde unter anderem über mögliche Einschränkungen beim Unterhaltsvorschuss gesprochen. Gleichzeitig wurde betont, wie wichtig es ist, die Themen Integration und Inklusion weiterhin aktiv mitzudenken und Kinder sowie Familien verlässlich zu unterstützen.
Unter dem Motto „Wen kümmert’s?“ wurde außerdem deutlich gemacht:
Nur weil Probleme nicht thematisiert werden, verschwinden sie nicht. Gerade Kinderarmut bleibt eine große gesellschaftliche Herausforderung, die Sichtbarkeit, politische Verantwortung und konkrete Unterstützung braucht.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Umsetzung der Beschlüsse aus dem Jahr 2025. Dabei ging es insbesondere um bessere Vernetzung, strukturierte Unterstützung vor Ort und gemeinsame Handlungssicherheit im Umgang mit demokratiefeindlichen Bewegungen. Der Bundesverband möchte hierfür bestehende Strukturen weiter stärken und den Austausch zwischen den Ortsverbänden erleichtern. Auch das Extranet wird derzeit überarbeitet und um zusätzliche Austauschmöglichkeiten erweitert.
Besonders eindrucksvoll waren die Beiträge der Jugendräte. Die jungen Menschen brachten ihre Sichtweisen klar, kritisch und gleichzeitig sehr konstruktiv ein. Sie sprachen über fehlenden Schutz eigener Rechte, unterschiedliche Formen von Gewalt und darüber, wie wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen endlich mehr echte Mitbestimmung zu ermöglichen.
Ein großes Thema war dabei die Sorge vieler junger Menschen um ihre Zukunft. Es wurde darüber gesprochen, wie belastend es für Jugendliche sein kann, politische Entscheidungen mittragen zu müssen, ohne selbst mitentscheiden zu dürfen. Gerade bei Fragen rund um Klima, gesellschaftliche Entwicklungen, Wehrdienst oder Zukunftsängste wünschen sich junge Menschen mehr Beteiligung, insbesondere auch auf kommunaler Ebene.
Die Vorsitzende Sabine Andresen fasste viele Gedanken mit der Frage zusammen:
„Wie gerecht gehen wir eigentlich mit der jungen Generation um?“
In den Diskussionen wurde deutlich, dass junge Menschen sich oft ohnmächtig fühlen. Gleichzeitig wünschen sie sich Räume für Austausch, Mitgestaltung und ernst gemeinte Beteiligung, statt Entscheidungen „von oben herab“. Mehrfach wurde betont, dass junge Menschen nicht nur gehört, sondern aktiv einbezogen werden müssen.
Auch das Thema Social Media wurde intensiv diskutiert. Dabei ging es um die Frage, ob Verbote oder höhere Altersgrenzen sinnvoll sind oder ob vielmehr Medienbildung und Begleitung der richtige Weg wären. Viele Jugendliche sprachen sich klar gegen reine Verbote aus. Stattdessen brauche es mehr Aufklärung, Verantwortung der Plattformen und bessere Medienbildung, nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene.
Besonders eindrücklich war die Aussage:
„Plattformen müssen menschenfreundlicher werden.“
Immer wieder wurde deutlich, wie wichtig das große „Wir“ zwischen den Generationen ist. Junge Menschen wünschen sich Erwachsene, die zuhören, Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit ihnen an einer lebenswerten Zukunft arbeiten. Sorgen um Klima, Umwelt, Weltpolitik und gesellschaftliche Spaltung beschäftigen viele Jugendliche sehr.
Eine Teilnehmerin brachte es mit den Worten auf den Punkt: „Lasst uns miteinander sprechen und den Mut behalten, von einer lebenswerten Zukunft zu träumen.“
Auch in den Fachforen spielte die Beteiligung junger Menschen im Verband eine große Rolle. Diskutiert wurden niedrigschwellige Kommunikationswege, bessere Beteiligungsstrukturen sowie Fortbildungsangebote beispielsweise zum Thema Social Media. Außerdem wurde darüber gesprochen, wie junge Menschen besser erreicht und langfristig eingebunden werden können, etwa über Instagram oder durch stärkere Beteiligung bei bestehenden Angeboten wie der „Nummer gegen Kummer“.
Die Bundesmitgliederversammlung hat erneut gezeigt: Kinderrechte, Beteiligung und Demokratie gehören untrennbar zusammen. Junge Menschen brauchen nicht nur Schutz, sondern auch echte Teilhabe, Räume für ihre Stimmen und Erwachsene, die bereit sind zuzuhören.
Bundesmitgliederversammlung des Kinderschutzbundes
