Seit September 2024 gehört ein ganz besonderer Gast zum Schulalltag der Grundschule Lindenberg: Schulclown Maroni. Mit der roten Nase, einer ordentlichen Portion Neugier und manchmal herrlich verrückten Ideen begleitet sie die Kinder inzwischen im dritten Schuljahr. Was zunächst vielleicht ungewöhnlich klingt, ist für viele Kinder längst selbstverständlich geworden: Maroni gehört einfach dazu! Dabei geht es um weit mehr als Lachen und Unterhaltung. Maroni nimmt sich Zeit, hört zu, stellt Fragen und begegnet den Kindern mit einer Offenheit, die im oft durchgetakteten Schulalltag nicht immer selbstverständlich ist.
Manchmal braucht es einfach noch eine Umarmung
Wie wertvoll diese Begegnungen sein können, zeigte sich erst kürzlich auf dem Schulweg. Einem Kind fiel der Abschied vom Papa besonders schwer. Maroni beobachtete die traurigen Augen und eine lange, feste Umarmung. Das berührte sie so sehr, dass sie selbst ganz traurig wurde. Und plötzlich bekam auch Maroni eine dicke Papa-Umarmung! Weil sich das so gut anfühlte, wurden gleich noch weitere Umarmungen verteilt. Danach ging es gemeinsam weiter zur Schule. Maronis Erkenntnis: „Fällt das Loslassen schwer, muss halt noch ’ne Umarmung her!“
Wenn Fehler erlaubt sind und Gefühle Platz haben
Auch im Klassenzimmer sorgt Maroni immer wieder für besondere Momente. Sie versteht nicht alles sofort, bringt Dinge durcheinander und findet manchmal Lösungen, auf die Erwachsene vermutlich nie gekommen wären. Dabei erleben die Kinder: Man darf Fehler machen, Fragen stellen und auch einmal nicht weiterwissen.
Mal sucht Maroni mit Kindern nach verschwundenen Turnschuhen, mal nach der Stille, die sich im Klassenzimmer besonders gut versteckt hat. Und manchmal sucht sie gemeinsam mit einer ersten Klasse nach etwas Schönem am anderen. Was dabei zum Vorschein kommt? Wunderbare Komplimente und Kinder, die einander mit neuen Augen sehen.
Beziehung bleibt, auch wenn die rote Nase fehlt
Dass Schulclownarbeit von echten Beziehungen lebt, zeigte sich besonders im vergangenen Schuljahr. Nach einem Schlittschuhunfall musste Maroni längere Zeit pausieren. Doch auch während ihrer krankheitsbedingten Abwesenheit hielt sie immer wieder Kontakt zu den Kindern. Denn Beziehung endet nicht an der Schultür und auch nicht, wenn die rote Nase einmal zu Hause bleiben muss.
Ein kleines Stück gelebter Kinderschutz
Das Schulclownprojekt des Kinderschutzbundes Lindenberg/Westallgäu macht Kinderrechte im Schulalltag erlebbar. Kinder dürfen mit ihren Gefühlen da sein, werden ernst genommen und erleben, dass ihre Gedanken und Anliegen wichtig sind.
Maroni kann nicht alle Probleme lösen. Muss sie auch gar nicht. Aber sie kann zuhören, mitfühlen und manchmal einfach nur da sein. Und vielleicht ist genau das ihr größtes Kunststück: Mit einer kleinen roten Nase dafür zu sorgen, dass Kinder sich gesehen, gehört und angenommen fühlen. So, wie sie sind❤️
